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Risikoräume in der Kommune identifizieren

Frau mit Regenschirm

Wo sammelt sich das Regenwasser und wohin fließt es?

Wo gab es in der Vergangenheit bereits Schäden durch Regenwasser?

Wo befinden sich Gebäude mit wichtiger Funktion für die Kommune?

Wo leben besonders viele Menschen?

Wo gibt es Schutzmaßnahmen und wo kann die Kommune aktiv werden?

Um diese Fragen für Ihre Stadt oder Gemeinde zu beantworten, ist es sinnvoll sich mit der Verwundbarkeit oder Verletzlichkeit von Bevölkerung, Gebäuden und Infrastrukturen auseinanderzusetzen. Eine gezielte Analyse von Schwachstellen und (potenziellen) Problemräumen in der Kommune ist die Grundlage für eine aktive Vorsorge. Hierfür hat sich das Konzept der Vulnerabilität etabliert, um die Herausforderungen im Starkregenfall besser zu verstehen bevor dieser eintritt.

  

Hier finden Sie konkrete Arbeitsschritte und hilfreiche Datengrundlagen, um die Vulnerabilität Ihrer Stadt oder Gemeinde besser zu verstehen und sich eine Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen zur Starkregenvorsorge zu erarbeiten.

Die Vulnerabilität der eigenen Kommune verstehen und
vorhandene Daten für die Identifikation von Risikoräumen nutzen

Die Vulnerabilität einer Kommune setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen, die je nach individueller Situation und Datenverfügbarkeit in die Analyse einbezogen werden können. Die Vulnerabilität einer Kommune ergibt sich aus:

  • Der Gefährdung durch Starkregen
    Die Gefährdung betrachtet, welche Orte einem Starkregenereignis besonders ausgesetzt sind. Dabei werden vor allem äußere Faktoren miteinbezogen, die gar nicht oder nur schwierig zu beeinflussen sind. Dazu zählt beispielsweise die Beschaffenheit des Geländes, die Aufschluss darüber gibt, wo sich Senken befinden, in denen sich Regenwasser sammelt und somit Schäden verursacht werden können. Liegen Regendaten vor, können auch diese, beispielsweise zur Ermittlung des Wasserstandes bei einem Regenereignis von bestimmter Intensität, hinzugezogen werden. Wichtig ist es hier, nicht nur auf Beobachtungsdaten der Vergangenheit zurückzugreifen, weil der Klimawandel zu sich verändernden Niederschlagsmustern führt. Die Risiken von Starkregenereignissen nehmen zu, weil diese häufiger kleinräumig auftreten werden und die Regenmengen zunehmen können.
  • Ihrer naturräumliche Sensitivität
    Die Naturräumliche Sensitivität gibt Aufschluss darüber, wie gut oder schlecht die natürlichen Systeme in der Kommune (z. B. Böden und Gewässer) die Regenmassen aufnehmen und somit Überflutungen wichtiger Infrastruktur oder Gebäude vermeiden oder minimieren können. Bei sandige Böden kann Wasser beispielsweise leichter versickern als bei wassergesättigten Böden mit hohem Schluff- oder Tonanteil. Ein weiterer wichtiger Faktor ist hier auch der Grundwasserflurabstand, der Aufschluss darüber gibt, auf welchem Niveau das Grundwasser ansteht. Auch begradigte und ggf. kanalisierte Gewässer ohne natürliche Überflutungsflächen können im Starkregenfall zur Gefahr werden.
  • Ihrer sozio-demographische Sensitivität
    Die sozio-demographische Sensitivität betrifft vor allem den Menschen und alles, was er gebaut hat: Wo stehen besonders viele und evtl. wichtige oder verwundbare Gebäude? Befinden sich beispielsweise die Gebäude, die im Ernstfall von besonderer Bedeutung sind – Gemeindeverwaltung, freiwillige Feuerwehr, Krankenhäuser - in Senken oder potenziell betroffenen Gebieten? Wo leben alte Menschen, die ggf. in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind? Wie werden die Flächen der Kommune insgesamt genutzt? Wo befinden sich Grünflächen oder Sportplätze, auf denen sich Regenwasser im Starkregenfall problemlos vorübergehend sammeln kann? Aufschluss über sensitive Orte in der Gemeinde können beispielsweise auch Einsatzdaten der Feuerwehr von (Stark)regenereignissen in der Vergangenheit geben.
  • Der Anpassungskapazität
    Wichtig ist aber auch: Wo kann die Kommune sich besonders leicht anpassen oder ist sogar bereits an Starkregenereignisse angepasst? Dies zeigt die Anpassungskapazität. Hier stehen die Handlungsmöglichkeiten zur Vorsorge im Fokus. Eine hohe Anpassungskapazität kann z. B. erreicht werden, wenn das Kanalnetz der Kommune gut funktioniert, es bereits bauliche Schutzmaßnahmen an Gebäuden gibt oder sich Regenwasser auf öffentlichen Grünflächen vorübergehend sammeln kann. Es gibt aber auch Faktoren, die nur schwer messbar und räumlich darstellbar sind. Dazu zählt beispielsweise das Bewusstsein der Bürger:innen für Starkregenereignissen und das Wissen darüber, wie man sich im Notfall verhalten sollte.

Wichtig ist dabei, dass Sie nicht alle Datensätze benötigen. Vollständige Information ist nicht notwendig, um Handeln zu können. Nähern Sie sich dem Verständnis der Herausforderungen der Starkregenvorsorge in Ihrer Kommune schrittweise mit den verfügbaren Daten an.

 

Ziel ist es, erste Karten zur Verfügung zu haben, die als Diskussionsgrundlage dienen, um mit umsetzungsrelevanten Personen und Institutionen ins Gespräch zu kommen. Die Starkregenvorsorge erfordert ein hohes Maß an Abstimmung und Zusammenarbeit (sowohl innerhalb der kommunalen Verwaltung, als auch mit Institutionen außerhalb). Sehen Sie die Daten und Karten als Mittel zum Ziel. Im Prozess können weitere notwendige Daten identifiziert und integriert werden.

In der Abbildung unten sehen Sie nützliche Datensätze für die Durchführung einer Gefährdungsabschätzung oder einer Vulnerabilitätsanalyse und wo diese zu finden sind (Mouseover).

Tabellarische Darstellung von Vulnerabilität zur Durchführung einer Gefährdungsabschätzung

Auf Basis des DGM in einem GIS berechnen, Lokales Wissen, Berechnung ggf. selbst möglich

Auf Basis des DGM in einem GIS berechnen, Lokales Wissen, Berechnung der Fließwege ggf. durch Expertenteam

Auf Basis des DGM in einem GIS berechnen

Berechnung ggf. selbst möglich

Evtl. Abwasserbetriebe

Zuständiges Fachamt

Zuständiges Fachamt

In Schleswig-Holstein über Geo

Zuständiges Fachamt, Untere Wasserbehörde

In Schleswig-Holstein LLUR

Untere Wasserbehörde; In Schleswig-Holstein außerdem

über das Geo-Portal www.gdi-sh.de

Zuständiges Fachamt; In Schleswig-Holstein LLUR

Ggf. Untere Wasserbehörde, Land

Land

ALKIS

ALKIS

ALKIS

ALKIS

Städte, Gemeinden

Feuerwehr, Abwasserzweckverband

Presse, Internet

Internet, Bürger:innen

Ggf. Abwasserzweckverband

Ggf. digitalisieren

Städte, Gemeinden

Hier finden Sie eine Übersicht über die "Vulnerabilitätsanalyse Daten" zum Download.

Je höher die Vulnerabilität einer Kommune oder eines bestimmten Raumes (Quartier, Nachbarschaft, Straßenzug) in einer Kommune desto wahrscheinlicher ist es, dass dort Schäden durch Starkregenereignisse entstehen können.

 

Durch das Einbeziehen der Anpassungskapazität sind vulnerable Orte aber auch oft Orte, an denen die Kommune aktiv werden kann und sollte. Wird in der Vulnerabilitätsanalyse ein Gebäude mit besonders hoher Verwundbarkeit identifiziert, beispielweise ein Liegenschaftsgebäude, das wichtig für die Kommune ist, aber in einer Senke liegt und in dessen Umgebung viele Menschen leben, ist dies ein guter Ansatzpunkte für die Entwicklung von Maßnahmen zur Vorsorge.

Konkrete Arbeitsschritte zur Identifikation von Risikoräumen

Das Ziel einer Vulnerabilitätsanalyse ist es, ein möglichst gutes Bild davon zu erhalten, welche Auswirkungen ein Starkregenereignis auf Ihre Kommune und die dort lebenden Menschen haben kann.

Zur Analyse der Vulnerabilität Ihrer Kommune können Sie je nach Ziel der Untersuchung, der Datenverfügbarkeit und den personellen Kapazitäten bzw. vorhandenem Wissen und Vorerfahrungen verschiedene, unterschiedlich aufwendige Vorgehensweisen wählen:

  • Der Gefährdung durch Starkregen
    Die Gefährdung betrachtet, welche Orte einem Starkregenereignis besonders ausgesetzt sind. Dabei werden vor allem äußere Faktoren miteinbezogen, die gar nicht oder nur schwierig zu beeinflussen sind. Dazu zählt beispielsweise die Beschaffenheit des Geländes, die Aufschluss darüber gibt, wo sich Senken befinden, in denen sich Regenwasser sammelt und somit Schäden verursacht werden können. Liegen Regendaten vor, können auch diese, beispielsweise zur Ermittlung des Wasserstandes bei einem Regenereignis von bestimmter Intensität, hinzugezogen werden. Wichtig ist es hier, nicht nur auf Beobachtungsdaten der Vergangenheit zurückzugreifen, weil der Klimawandel zu sich verändernden Niederschlagsmustern führt. Die Risiken von Starkregenereignissen nehmen zu, weil diese häufiger kleinräumig auftreten werden und die Regenmengen zunehmen können.
  • Ihrer naturräumliche Sensitivität
    Die Naturräumliche Sensitivität gibt Aufschluss darüber, wie gut oder schlecht die natürlichen Systeme in der Kommune (z. B. Böden und Gewässer) die Regenmassen aufnehmen und somit Überflutungen wichtiger Infrastruktur oder Gebäude vermeiden oder minimieren können. Bei sandige Böden kann Wasser beispielsweise leichter versickern als bei wassergesättigten Böden mit hohem Schluff- oder Tonanteil. Ein weiterer wichtiger Faktor ist hier auch der Grundwasserflurabstand, der Aufschluss darüber gibt, auf welchem Niveau das Grundwasser ansteht. Auch begradigte und ggf. kanalisierte Gewässer ohne natürliche Überflutungsflächen können im Starkregenfall zur Gefahr werden.
  • Ihrer sozio-demographische Sensitivität
    Die sozio-demographische Sensitivität betrifft vor allem den Menschen und alles, was er gebaut hat: Wo stehen besonders viele und evtl. wichtige oder verwundbare Gebäude? Befinden sich beispielsweise die Gebäude, die im Ernstfall von besonderer Bedeutung sind – Gemeindeverwaltung, freiwillige Feuerwehr, Krankenhäuser - in Senken oder potenziell betroffenen Gebieten? Wo leben alte Menschen, die ggf. in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind? Wie werden die Flächen der Kommune insgesamt genutzt? Wo befinden sich Grünflächen oder Sportplätze, auf denen sich Regenwasser im Starkregenfall problemlos vorübergehend sammeln kann? Aufschluss über sensitive Orte in der Gemeinde können beispielsweise auch Einsatzdaten der Feuerwehr von (Stark)regenereignissen in der Vergangenheit geben.
  • Der Anpassungskapazität
    Wichtig ist aber auch: Wo kann die Kommune sich besonders leicht anpassen oder ist sogar bereits an Starkregenereignisse angepasst? Dies zeigt die Anpassungskapazität. Hier stehen die Handlungsmöglichkeiten zur Vorsorge im Fokus. Eine hohe Anpassungskapazität kann z. B. erreicht werden, wenn das Kanalnetz der Kommune gut funktioniert, es bereits bauliche Schutzmaßnahmen an Gebäuden gibt oder sich Regenwasser auf öffentlichen Grünflächen vorübergehend sammeln kann. Es gibt aber auch Faktoren, die nur schwer messbar und räumlich darstellbar sind. Dazu zählt beispielsweise das Bewusstsein der Bürger:innen für Starkregenereignissen und das Wissen darüber, wie man sich im Notfall verhalten sollte.

Hier finden Sie eine Übersicht "Gefährdungsabschätzung einfach-GIS-hydraulisch" zum Download.

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