Anfangen

Junge im Regen

Starkregenvorsorge ist ein Prozess – der Weg nach Regenhausen – und Anfangen ist einfacher als gedacht. Zu Beginn gilt es, relevante Personen und Institutionen zu finden, erste Gespräche zu führen und Perspektiven, Einschätzungen und Interessen in Bezug auf die Risiken von möglichen Starkregenereignissen für die Kommune und Bedarfe bzw. Notwendigkeiten der Anpassung zu sammeln. Hiermit erarbeiten Sie sich eine Grundlage, um dann schrittweise weiter vorzugehen.

Schritt 1: Ins Gespräch über vergangene (Stark)Regenereignisse und Perspektiven auf derzeitige und zukünftige Herausforderungen in Ihrer Kommune kommen

Anfangen

Junge im Regen

Starkregenvorsorge ist ein Prozess – der Weg nach Regenhausen – und Anfangen ist einfacher als gedacht. Zu Beginn gilt es, relevante Personen und Institutionen zu finden, erste Gespräche zu führen und Perspektiven, Einschätzungen und Interessen in Bezug auf die Risiken von möglichen Starkregenereignissen für die Kommune und Bedarfe bzw. Notwendigkeiten der Anpassung zu sammeln. Hiermit erarbeiten Sie sich eine Grundlage, um dann schrittweise weiter vorzugehen.

Schritt 1: Ins Gespräch über vergangene (Stark)Regenereignisse und Perspektiven auf derzeitige und zukünftige Herausforderungen in Ihrer Kommune kommen

In Ihrer Kommune wird es Personen geben, die aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit mit stärkeren Regenereignissen gute Einschätzungen dazu abgeben können, welche Teilräume im Starkregenfall überflutungsgefährdet sein können. Das trifft auch zu, wenn es bei Ihnen noch kein „richtiges“ Starkregenereignis gegeben hat.

 

Erfahrungsgemäß hat es in nahezu jeder Stadt oder Gemeinde in der Vergangenheit bereits stärkere Regenereignisse gegeben, die vereinzelt oder im größeren Umfang zu Beeinträchtigungen geführt haben: Welche Straßenunterführung läuft gelegentlich voll? In welchen Nachbarschaften beklagen Anwohner:innen eindringendes Wasser in ihren Kellern? Welche Gewässer haben in der Vergangenheit bei hohen Wasserständen zu Beeinträchtigungen geführt? Mit den Antworten auf diese Fragen nähern Sie sich bereits dem Verständnis der Vulnerabilität Ihrer Kommune an.

Erste Gesprächspartner:innen zu den vergangenen und zukünftigen Herausforderungen von Starkregenereignissen in Ihrer Kommune finden Sie wahrscheinlich insbesondere in diesen Institutionen:

  • Tiefbauabteilung der Kommunalverwaltung

  • Zweckverband oder Stadtwerke (je nach Zuständigkeit für Regenwasserkanalnetz)

  • Freiwillige Feuerwehr

  • Unterhaltungsverbände für Gewässer und Gräben

  • Untere Wasserbehörde des Landkreises

 

Wie Sie darüber hinaus relevante Akteure und Akteursgruppen identifizieren und Überlegungen über deren weitere Einbindung in den Prozess der Starkregenvorsorge anstellen können, finden Sie in Schritt 3.

Frau im Regen schützt sich mit Buch

Schritt 2: Bewusstsein, Einschätzungen und Interessen der verschiedenen Personen und Institutionen in den Blick nehmen

Bei Ihren Erstgesprächen werden Sie von unterschiedlichen Gesprächspartner:innen wahrscheinlich unterschiedliche Einschätzungen zur Relevanz und Notwendigkeit der Starkregenvorsorge für Ihre Kommune sowie Herausforderungen und möglichen Lösungen erhalten. Eventuell zeichnen sich in Teilen auch bereits gemeinsame Einschätzungen ab.

 

Wichtig ist hierbei: Sie befinden sich am Anfang eines Prozesses; sowohl Widersprüche als auch geteilte Einschätzungen können sich als falsch herausstellen. Das liegt an den besonderen Herausforderungen der Starkregenvorsorge. Behalten Sie bei Ihren Gesprächen und im weiteren Prozess diese Aspekte im Blick:

In Zukunft anders

Die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen mit stärkeren Regenereignissen sind nicht verlässlich und können nicht einfach für die Zukunft angenommen werden, weil der Klimawandel Niederschlagsmuster verändert. Das führt dazu, dass eine Maßnahmenentwicklung, die ausschließlich auf vergangene (Extrem-)Ereignisse blickt, unzureichend ist.

Grundlagen sind Bewusstsein und Erfahrungen

Die Starkregenvorsorge erfordert die Vorbereitung auf seltene Ereignisse, die oft nicht selbst erlebt wurden und damit außerhalb der Erfahrungen der handelnden und entscheidenden Personen liegt. Das stellt auch auf psychologischer Ebene eine Herausforderung dar, weil Ressourcen aufgewandt und ggf. unbequeme Entscheidungen für mögliche Ereignisse getroffen werden müssen, die als sehr unwahrscheinlich bis unmöglich eingeschätzt werden.

Vorsorgen statt reagieren

Wurde ein Starkregenereignis bereits in der eigenen Kommune erlebt, besteht das Risiko, Vorsorgemaßnahmen nur auf die Erfahrungen des eingetretenen Ereignisses abzustimmen. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass bei einem erneuten Starkregen genau die gleiche Konstellation ein zweites Mal auftritt. Hier gilt es, den Blick über die gemachten Erfahrungen hinaus grundsätzlicher auf die Vulnerabilität der Kommune und mögliche Vorsorgemaßnahmen zu weiten.

 

Verwaltungs- und Abstimmungsprozesse anpassen

Für die erfolgreiche Starkregenvorsorge ist die Zusammenarbeit von Personen verschiedener Institutionen notwendig (siehe Schritt 1 und 3). Etablierte Prozesse der Planung und Abstimmung zwischen Behörden und Fachabteilungen sind nicht so ausgelegt, dass sie mit allen Aspekten der Starkregenvorsorge adäquat umgehen können.

 

Hier finden sich die zentralen Herausforderungen auf dem Weg der Maßnahmenentwicklung. Die beteiligten Akteure haben zudem unterschiedliche Aufgabengebiete und Zuständigkeiten, aus denen sich u. a. ihre Interessen ergeben. Etablierte Prozesse, Zuständigkeiten und Interessen spielen auf allen Ebenen der Starkregenvorsorge entscheidende Rollen.

Schritt 3: Weitere relevante Personen und Institutionen identifizieren und zukünftig einbinden

Wenn sie erste Gespräche geführt und sich erste Eindrücke von Stand und Herausforderungen der Starkregenvorsorge in Ihrer Kommune gemacht haben, ist es sinnvoll, noch einmal grundlegender über die relevanten Personen und Institutionen Gedanken zu machen. Wer ist (umsetzungs)relevant und wie können und sollen diese Personen zukünftig in den Prozess der Maßnahmenentwicklung eingebunden werden?

Um hier relevante Personen und Institutionen zu identifizieren, können der Einfluss auf eine erfolgreiche Maßnahmenentwicklung sowie die Betroffenheit herangezogen werden:

  • Welche Akteure und Akteursgruppen (Personen, Institutionen, Verwaltungseinheiten etc.) haben entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Starkregenvorsorge? Welche Akteure und Akteursgruppen können die Umsetzung von Maßnahmen entscheidend befördern oder be-/verhindern?
     

  • Welche Akteure oder Akteursgruppen sind in ihren Interessen (und ggf. Zuständigkeiten) von der Starkregenvorsorge berührt? Welche Akteure oder Akteursgruppen sind (potenziell) von Starkregenereignissen/Starkregenrisiken betroffen?

Mann auf Fahrrad mit Schirm

Entlang ihrer Einflussmöglichkeiten und (potenziellen) Betroffenheit von Starkregenrisiken bzw. Starkregenvorsorge können Akteure und Akteursgruppen grob gegliedert werden (siehe Abbildung).

Grafische Darstellung der Gliederung von Akteuren und Akteursgruppen nach Einfluss und Betroffenheit

Von besonderer Bedeutung für den weiteren Prozess der Starkregenvorsorge sind insbesondere Personen und Institutionen, die entscheidend Einfluss auf den zukünftigen Umsetzungserfolg nehmen können und unmittelbar betroffen sind. Hier ist es sinnvoll, diese Personen bzw. Institutionen individuell anzusprechen, einzubeziehen und eine Zusammenarbeit aufzubauen.